Steuerberater - Ausbildung und Perspektiven

Jeder, der schon einmal an seiner Steuererklärung gearbeitet hat, weiß, dass das deutsche Steuerrecht eine schwierige Materie ist. Um steuerlich günstig dazustehen ist für viele Unternehmen und Privatleute das Einschalten eines Steuerberaters unerlässlich. Steuerberater ist also nach wie vor ein Beruf mit besten Zukunftsaussichten. Das Steuerberatungsgesetz regelt die Ausbildung zum Steuerberater. Aufgrund der hohen fachlichen Anforderungen sind wirtschaftswissenschaftliche und kaufmännische Vorkenntnisse ideal. Den Beruf des Steuerberaters kann man im Anschluss an eine kaufmännische Ausbildung oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium erlernen. Des Weiteren wird eine praktische berufliche Erfahrung im Umfang von 2 Jahren nach einem abgeschlossenen wirtschaftswissenschaftlichen Studium verlangt. Bei Bilanzbuchhaltern und Steuerfachwirten werden 7 Jahre Berufspraxis vorausgesetzt, bei einer kaufmännischen Ausbildung sind es 10 Jahre. Auf die Steuerberaterprüfung kann man sich in Lehrgängen vorbereiten, die von verschiedenen Institutionen angeboten werden.

Berufsaussichten
Die Vereinfachung des Steuerrechts wird von der Politik seit Jahrzenten postuliert. Faktisch wird es dagegen immer komplizierter. Für Laien ist es heute fast unmöglich, alle rechtlichen Bedingungen zu kennen, um effektiv Steuern zu sparen. Daher ist der Steuerberater auch weiterhin ein Beruf mit besten Zukunftschancen. Wenn man einen breiten Kundenstamm gewonnen hat sind zudem die Verdienstaussichten ausgezeichnet. Allerdings ist es wichtig, sich ständig weiterzubilden, denn gerade in Steuersachen werden immer wieder Änderungen aktiv. Zusätzlich sorgen die voranschreitende Integration von EU-Gesetzen und der allgemeine Trend zur Globalsierung für einen stetig wachsenden Bedarf an Beratungs- und Prüfungsleistungen mit internationalem Kontext. Zu den Fachbereichen, die für Anwälte, Notare und Steuerberater mit auf nationalem Recht fokussierter Ausbildung immer schwerer abhandelhar werden, zählen u.a. Außensteuerrecht, Steuerwettbewerbe oder Internationale Besteuerung. Spezialthemen wie das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland Schweiz erfordern umfangreiche Detailkenntisse und bieten Möglichkeiten zur Spezialisierung. Wer hier verlässliche Kompetenzen aufbaut, hat ausgezeichnete Karrierechancen. Weiterbildende Studiengänge in dieser Richtung bieten unter anderem die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (International Taxation) oder die KU Leuven (European & International Taxation) in den Niederlanden.

Ausbildungsgang
Zur Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung werden zertifizierte Lehrgänge angeboten, die als dreimonatiger Kompaktlehrgang oder berufsbegleitend über einen längeren Zeitraum absolviert werden können. Zu den Lehrgangs- und Prüfungsinhalten gehören Einkommenssteuerrecht, steuerliches Verfahrensrecht, Grundsteuer, Erbschaftssteuer, Zollrecht, Verkehrs- und Verbrauchssteuern, Insolvenzrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht und Grundzüge von Volks- und Betriebswirtschaft sowie bürgerlichem Recht. Die Steuerberaterprüfung wird vom Prüfungsausschuss des Landesfinanzministeriums abgenommen und gliedert sich in einen mündlichen und einen schriftlichen Teil. Nach erfolgreicher Prüfung kann man bei der Steuerberaterkammer die Zulassung zum Steuerberater beantragen. Nach der Zulassung muss man innerhalb von 6 Monaten mit der Ausübung des Berufs im Angestelltenverhältnis oder als selbständiger Steuerberater beginnen. Zuvor ist es empfehlenswert, den Berufseinstieg über Praktika vorzubereiten.

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